Vorträge und Veranstaltungen


Schülerinnen und Schülern ‚den Stecker ziehen’ – Wolfgang Herrndorfs "Tschick" als Beispiel für den Einsatz von Adoleszenzromanen im Deutschunterricht

Folgende Fortbildungsveranstaltungen zu Wolfgang Herrndorfs "Tschick" sollten Sie sich unbedingt vormerken. Der Vorstand des Lëtzebuerger Germanisteverband möchte Sie bereits jetzt ganz herzlich zum Vortrag sowie zum Workshop mit Dr. Jennifer Pavlik (Universität Luxemburg) einladen.

Schülerinnen und Schülern ‚den Stecker ziehen’ – Wolfgang Herrndorfs "Tschick" als Beispiel für den Einsatz von Adoleszenzromanen im Deutschunterricht

„Zauberisch und superporno“ (Süddeutsche Zeitung) – Wolfgang Herrndorfs preisgekrönter Roman hat einer breiten Leserschaft „den Stecker“ (Herrndorf) gezogen und sie mit auf einen Road Trip genommen, der nicht nur als unterhaltsamer Zeitvertreib gelten kann, sondern zugleich zum Aufbruch aus gewohnten Denkmustern anregt. Tschick eignet sich dabei aus mehreren Gründen in besonderer Weise für den Einsatz im Deutschunterricht, da er ein breitgestreutes Identifikationspotenzial anbietet und über den mitreißenden Plot hinaus viel Raum lässt, um über das eigene Selbst und die Bedingungen eines toleranten Miteinanders nachzudenken. Diesen Rahmen möchte die Lehrerfortbildung abstecken und gemeinsam Unterrichtsmaterial zum Einsatz des Werkes im Deutschunterricht erarbeiten.

Die Lebensgeschichte des Maik Klingenberg ist über lange Zeit die Geschichte eines Außenseiters, der aus einem wohlstandsverwahrlosten Elternhaus stammt, in dem es normal ist, dass die Mutter regelmäßige Besuche in der Beautyfarm (d.h. in der Suchtanstalt) unternimmt, der Vater mit seiner deutlich jüngeren Assistentin Mona Urlaub macht und er die Sommerferien alleine Zuhause verbringt. Erst das Auftreten und Kennenlernen von Tschick ermöglicht es Maik, aus seiner passiven Rolle herauszutreten und ein positives Selbst- und Weltbild zu entwickeln. Dabei wird die Figur mit allen nur denkbaren Stereotypen eingeführt, die auch Maiks Denken zu Beginn prägen. Tschicks Auftreten und Verhalten führt von Anfang an zu Irritationen, die auf Maiks Seite langsam aber sicher einen grundlegenden Reflexions-, ja sogar einen Bildungsprozess in Gang setzen. Dieser Prozess, der als ein interkultureller Bildungsprozess bezeichnet werden kann, wird in Form eines Vortrags präsentiert, um daran anschließend gemeinsam über das Bildungspotenzial von Adoleszenzromanen für den Deutschunterricht zu diskutieren. Die Erkenntnisse aus dem Abendvortrag werden am folgenden Tag in Form eines Workshops aufgegriffen und durch die Erstellung von Unterrichtsmaterialien in die Praxis überführt.


VORTRAG

19. April 2018 - Universität Luxemburg - Campus Belval - Maison des Sciences Humaines - 18h30-20h00
Anmeldungslink: https://ssl.education.lu/ifen/descriptionformation?idFormation=196992

WORKSHOP

20. April 2018 - Institut de formation de l'Éducation nationale - eduPôle Walferdange (bâtiment 6) - 8h30-12h30
Anmeldungslink: https://ssl.education.lu/ifen/descriptionformation?idFormation=196993



Dr. habil. Anne Uhrmacher: >"Faust": eine Rezeptionsgeschichte als Spiegel der Germanistik<

"Eine umfassende Darstellung der Rezeptionsgeschichte zum Faust gibt es nicht und wäre auch von keinem sterblichen Individuum mehr zu leisten." Dieses Resümee Hartmut Reinhardts nennt die Schwierigkeit, den Umgang mit Goethes berühmtestem Werk zu überblicken. Zugleich ist die Rezeptionsgeschichte des "Faust" aber gerade durch ihre Breite ein reiches und bereicherndes Forschungsfeld, eine Geschichte der Germanistik selbst: Sie zeigt exemplarisch Höhen und Tiefen des Faches.

Der Vortrag wagt einen Querschnitt: von frühen Beispielen der Rezeption in Goethes Zeit und kurz danach über nationalistische Verklärungen der wilhelminischen Zeit bis hin zu Auswüchsen der NS-Rezeption und der darauf folgenden zwiespältigen Sicht auf den Mythos Faust. Speziell hinsichtlich des Teufelspaktes und der Hexenthematik zeigen sich aufschlussreich verschiedene gesellschaftliche Interpretationsströme. In der an den Vortrag anschließenden Diskussion können Wahrnehmungen des "Faust" und die erschreckenden Beispiele ideologischer Vereinnahmungen besprochen sowie durch Lektüreausschnitte vertieft werden.

 

Unter folgendem IFEN-Link können Sie sich für diese interessante Veranstaltung anmelden:

 

https://ssl.education.lu/ifen/descriptionformation?idFormation=112395


Kontakt

Lëtzebuerger Germanisteverband

c/o Alain Herman

20, route de Bastogne

L-9512 Wiltz

Luxemburg

            

              vorstand@lgv.lu

 

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